SCHULD UND VERGEBUNG IN BEZIEHUNGEN

  • Gestern hat mich ein Video dazu angeregt, darüber nachzudenken, inwiefern meine Beziehungen der Vergangenheit und Gegenwart auf dem Thema "Schuld und Vergebung" aufgebaut sind.


    Haben meine Eltern mir gegeben, was Eltern ihrem Kind schuldig sind? War ich ihnen die Tochter, die sie sich erwünscht haben! War ich meinen Söhnen die Mutter, die ich hätte sein sollen - bin ich als Mutter meinen Kindern etwas überhaupt etwas schuldig? Sind meine Kinder mir etwas schuldig, nur weil ich ihre Mutter bin, und kann ich ihnen vergeben, wenn sie meine Wünsche und Erwartungen nicht erfüllen?


    Wie steht es mit meinen Liebesbeziehungen - muss mein Partner alle meine Wünsche mit mir teilen? Wie reagiere ich darauf, wenn er es nicht tut? Kann ich ihm vergeben oder verlasse ich ihn, um einen anderen Partner zu suchen, der meine Wünsche erfüllt? Kann ich meinem Partner vergeben, wenn er mich als schuldig erklärt, weil ich nicht bereit bin, alles mit ihm zu teilen, dass er mit mir teilen will?


    Wenn mich ein anderer Mensch verletzt, muss ich ihn deshalb als schuldig erklären - oder vergebe ich ihm, auch wenn ich scheinbar im "Recht" bin? Oder soll ich die Schuld für alles bei mir suchen?


    Kann ich jemals meinen Frieden finden, wenn ich andere und mich als schuldig erkläre? Hat Liebe etwas mit schuldig sein zu tun - oder ist Liebe nur Liebe, wenn niemand den anderen als schuldig erklärt und niemand irgend etwas tut, denkt oder fühlt, nur weil er sich schuldig fühlt?


    Ich bin sehr erstaunt darüber, wie sehr doch dieses Thema überall in Beziehungen mitzuschwingen scheint und bin entschlossen, sämtliche Schuld, die ich in mir entdecke, sei es, dass ich mich selber schuldig fühle - sei es, dass ich jemanden anders als schuldig erkläre, in Liebe und Vergebung zu wandeln.


    Wie steht Ihr zu diesem Thema? Ein lebendiger Austausch darüber würde mich sehr freuen!

  • Schuld ist ein moralisches Hilfsmittel. In einer bestimmten Phase des Prozesses der Bewusstwerdung benötigen wir dieses Hilfsmittel als Ankerpunkt.

    Der Prozess selbst aber verlangt die Anker zu lichten, damit die Reise weitergehen kann. An einem bestimmten Punkt ist Schuld dann nicht mehr nötig,

    eher hinderlich. Es ist also ein lebendiger Prozess.

  • Das Eine bedingt das Andere: "Sehe ich Schuld im Aussen, dann fühle ich mich schuldig." Möglicherweise überdecke ich meine Schuld, indem ich mir eine Unschuldsmaske aufsetze, so tue, als ob ich vergeben würde oder eine andere Strategie anwende. Dies um mir selbst vorzugaukeln, dass Schuld ausschliesslich im Aussen sein kann.


    Schuld ist eine Idee und existiert ausschliesslich im menschlichen Geist. Fühlt sich ein Raubtier schuldig, wenn es seine Nahrung verschlingt?

    Diese Idee der Schuld und Unschuld zu verlassen, das ist wahre Erlösung, das ist der Ausstieg aus dem Rad des Karmas *s*


    Menschen haben sich derart an diese Idee gewöhnt, dass sie kaum merken, dass die Angst sie fest am Wickel hat: "Angst vor Enttäuschung, Angst das Gesicht zu verlieren, Angst missbraucht zu werden" und viele Ängste mehr.


    Die Gute Nachricht: "Du kannst Dich stattdessen für Liebe entscheiden und frei von Angst SEIN!"


    Liebe Community, wir üben Liebe, wir lösen uns von einer Jahrtausend alten, leidbringenden Idee der Schuld. Magst Du mit uns üben?

    Registriere Dich und sei Teil der Community - im Forum "Ein Kurs in Wundern" trainieren wir die Gewohnheit der bedingungslosen Liebe. Wir freuen uns auf Dich *h*

  • Ja, Eisu ich will. Übung macht den Meister. Ich habe schon lange registriert dass ich registriert bin.

    Jetz bin ich regeneriert.


    Apropo Reh-generiert. Ich habe gestern Rehe gefüttert, in einem Naturgehege.

    Habe heruntergefallene Birnen über den Zaun geworfen. Rehe sind selbst im Gehege sehr scheu,

    doch nach einer Weile kam ein Reh und hat mir aus der Hand gefressen.


    Nehmt Euch ein Beispiel. … an den Rehen meine ich!

  • Die grösste Hürde ist die Angst vor der eigenen Angst. Das heisst, alles, was ich nach aussen projiziere und vom Aussen erwarte, zurückzunehmen und die eigene Angst eine Weile auszuhalten, sich ihr hinzugeben, sie zu durchschreiten, um dann zu erkennen, dass sie sich dann auflöst, wenn ich sie nicht mehr wegschiebe und zu kompensieren versuche. Dann stelle ich fest, dass es nichts im Aussen gibt, wovor ich mich fürchten müsste, es sind nur meine eigenen Gedanken, die ich selber gemacht habe.


    Wenn ich aber in der Lage bin, mir Gedanken erfüllt von Angst zu machen, bin ich auch in der Lage, diese Gedanken anstatt mit Angst, mit Liebe und Vertrauen zu füllen. Sind sie von Liebe und Vertrauen erfüllt, geschieht Vergebung automatisch, denn Schuld und Rachegefühle haben dort, wo Liebe und Vertrauen ist, keinen Platz mehr.


    So kann ich "heilige Beziehungen" erschaffen, die frei sind von Schuld, Erwartungen und Wünschen - und ein Gedanken im oben erwähnten Video hat mich zu tiefst berührt: In einer "heiligen Beziehung" hat es so viel freien Raum, dass auch GOTT darin Platz hat.

    Dann suche ich den Ersatz für Gottes Liebe nicht mehr in meinem Bruder - denn dieser kann und soll niemals die Liebe Gottes ersetzen, die ich selber nicht spüren kann.

  • Schuld und Angst.


    Der Tenor ist, ohne es zu merken, weg von Angst und Schuld, hin zur Liebe und zur Vergebung mit der Vorstellung dadurch

    in himmlische Freiheit und Frieden zu gelangen.

    Man muss sehr aufpassen was ich hier sage, denn ich will sagen die Schlauheit des Egos kann schneller sein als du denkst.

    Es geht nicht darum davon weg zu kommen (wer bist du,der davon wegkommen könnte?) Es geht darum die Egostrategie zu durchschauen.

    Das Ego sagt, vermeide das Eine und du bekommst dafür das Andere und sitzt wieder in derselben Falle.

    Zeige deinem Ego, dass du der Herr im Hause bist.


    Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn der wacht. Damit wenn der Dieb kommt nicht in sein Haus eingebrochen wird. (Jesus Christus)

  • Nein, ich kann nicht davon WEGKOMMEN, ich kann es nur - wie Du oben erwähnst, DURCHSCHAUEN.


    In Lektion 15 habe ich gerade den Unterschied zwischen SEHEN (Illusion) und SCHAUEN (Wirklichkeit) erwähnt. Ich erkenne mein Sehen als ein von mir gemachtes Bild und indem ich dieses durchschaue (ich schaue durch das Bild hindurch!), erkenne ich die dahinter liegende Wirklichkeit.


    Ich komme also nicht darum herum, meinen Irrtum (Angst, Schuld) anzusehen, einzusehen und danach zu durschauen. Nur so zeige ich meinem Ego, wer der Herr im Hause ist!

  • Jaja , das Ego kennt viele Schleichwege , versucht immer wieder mal zu verführen ,

    einmal angefangen hinter seine Kulissen zu schauen , merken wir , es ist gar nicht so schlau ,

    der Schleier lichtet sich , wir brauchen es nicht zu bekämpfen , es bekämpft sich selber .

  • Priska schrieb: ...wir brauchen es nicht zu bekämpfen , es bekämpft sich selber.


    Im Zen heißt es: kämpfe den kampflosen Kampf.


    Das muss verstanden sein, sonst ist es immer noch Kampf.