Meine Kindheits-Ego-Ich-Identifikation loslassen

Meine Kindheits-Ego-Ich-Identifikation loslassen


Kinder sehen die Welt mit ihren eigenen Augen. Allein aufgrund ihrer Körpergröße sind Kinder kleiner und die Welt wirkt auf sie viel größer. Unsere Wahrnehmung als Kind war einfach eine vollkommen andere als heute als Erwachsener. Und ist es so, dass genau dieser Punkt häufig zu Blockaden und Irritationen in unserem heutigen leben führt.


All das, was wir als Kind wahrgenommen, erlebt und erfahren haben sowie all das, was uns durch Erziehung, Lebensereignisse und die unterschiedlichsten Lebenssituationen beigebracht worden ist, haben wir damals als WAHRHEIT angenommen und verinnerlicht. Wir glaubten - ja wir waren fest davon überzeugt: „DAS ist DIE Welt. So funktioniert dieses Leben. DIES ist wahr und richtig. So muss es sein.“ Und all diese Erfahrungen, Werte, Normen, Regeln und Vorstellungen haben wir verinnerlicht und uns mit ihnen identifiziert.


Auf diese Weise ist unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität entstanden. Diese Kindheits-Ego-Ich-Identität ist unser ICH, mit dem wir uns bis heute identifizieren. Dieses ICH trägt unseren Namen und unsere Charaktereigenschaften. Es kann das, was es kann. Und es kann das nicht, was wir schon damals nicht konnten (oder was uns ausgeredet wurde).


Heute als Erwachsener nehmen wir diese Welt nun jedoch ganz anders wahr. Wir blicken von weiter oben auf die Dinge und alles sieht vollkommen anders aus. Doch ist unsere Identität mitgewachsen? Haben wir uns auch innerlich gewandelt und verändert? Ist uns unsere innere Transformation - der Übergang vom Kind zum Erwachsenen - gelungen? Sind wir noch eine Raupe? Oder konnten wir uns erfolgreich verpuppen und dann den Prozess der Metamorphose durchlaufen und als wunderschöner Schmetterling heute frei in die Lüfte aufsteigen und als Erwachsener fliegen wohin wir wollen? Spüren und leben wir heute unsere wahre Freiheit?


Die meisten Erwachsenen sind eben NICHT erwacht, sondern stecken bis heute in ihrem Kindheits-Traum(a) fest. Sie identifizieren sich bis heute mit ihrer Kindheits-Ego-Ich-Identität. Und sie befolgen bis heute die Regeln, Normen, Erwartungen und Glaubenssätze, die sie damals als Kind verinnerlicht haben.


WENN wir heute den Schritt vom Kind zum Erwachsenen gehen würden, so wäre dies unser ERWACHEN. Erwachen und Erwachsen klingt sehr ähnlich und es ist im Prinzip dasselbe. Den Schritt hin zum Erwachsenen zu gehen bedeutet, unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität hinter uns zu lassen. Unser altes Ich hat keine Bedeutung und keine Funktion mehr für uns. Es WAR uns soooo lange Jahre lang wichtig, und jetzt ist sein Haltbarkeitsdatum schlicht und einfach abgelaufen.


Möglicherweise macht uns dies traurig. Und diese Gefühle von Abschied nehmen und Traurigkeit sind dann ganz richtig und stimmig. Diese Gefühle dürfen da sein und sie sollten ihren Platz einnehmen dürfen. Wir sollten es uns erlauben, diesen Abschiedsschmerz des Verabschiedens und Loslassens unserer Kindheits-Ego-Ich-Identität bewusst zu fühlen.


Unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität ist wie ein alter Computer. So viele Menschen laufen noch mit ihrem geliebten, alten, inneren Commodore 64 durch die Welt und haben all die System-Updates verpasst. Alte Computer können zwar auch noch heute ihre eigenen inneren Programme erfüllen, doch sie können sich NICHT mit den heutigen Computern vernetzen. Sie können mit dem heutigen Standard einfach nicht kommunizieren. Sie sind schlicht und einfach veraltet und gehören ausrangiert.


Dieses Ausrangieren unserer eigenen, liebgewonnenen Kindheits-Ego-Ich-Identität fällt uns natürlich extrem schwer, weil wir uns eben mit ihr vollkommen identifizieren. Doch diese Kindheits-Ego-Ich-Identität bildet all das ab, was wir NICHT sind. Diese Kindheits-Ego-Ich-Identität ist der Gegenpol zu unserem eigentlichen, göttlichen Sein. Sie ist der Gegenpol zu unserem Erwacht-Sein = Erwachsen-Sein. Unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität ist sozusagen lediglich unser Schatten. Und so leben wir als Erwachsene oftmals bis heute unseren Schatten, anstatt mit unserem Licht in diese Welt zu strahlen.


Das Loslassen unserer geliebten Kindheits-Ego-Ich-Identität ist wie das Wegschmeißen eines geliebten Kuscheltiers. Wir können es einfach nicht. Und wir brauchen es auch NICHT. Es genügt, wenn wir unserem geliebten Kuscheltier, unserer geliebten Kindheits-Ego-Ich-Identität, einen Platz in unserem Wohnzimmerregal geben, wo dieses Energiefeld nun Platz nehmen darf. Dort darf es sein und sitzen und uns zuschauen. Wir können diese Energie zum Gestalten unseres heutigen Lebens einfach NICHT MEHR GEBRAUCHEN!


Zum Gestalten unseres heutigen Lebens brauchen wir Licht, Liebe und unsere eigene Herzensfeld-Energie. Unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität ist damals entstanden, indem wir uns als am Außen orientiert und vom Außen gelernt haben. Doch all diese Energien sind und waren Fremdenergien in uns (deswegen können wir sie als Schatten bezeichnen). Heute können wir als erwachte Erwachsene unsere Selbstliebe nur dann leben, wenn wir aus unserem Innen heraus, aus unserem Herzensfeld heraus, aus unserer Selbstliebe heraus agieren.


Unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität war durch RE-Agieren charakterisiert.

Unser Erwachsen-sein ist durch AGIEREN charakterisiert.


Kindheit und Erwachsensein sind also zwei vollkommen unterschiedliche - ja absolut gegensätzliche - Phänomene. Deswegen MUSS sich unser Leben umkrempeln und auf den Kopf stellen, wenn wir unsere „spirituelle Pubertät“ durchlaufen und wenn sich dabei auf unserem Weg vom „spirituellen Kind“ hin zum „spirituellen Erwachsenen“ alles verändert.


Wenn wir JA dazu sagen, unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität bewusst und voll Wertschätzung und Hochachtung loszulassen, wenn wir uns für all die mit unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität verbundenen Erfahrungen bewusst bedanken und sie voll innerer Dankbarkeit würdigen - dann gelingt es uns leicht, durch unsere „spirituelle Pubertät“ hindurch zu schwimmen und schließlich im Licht des Erwachsenseins (Erwachtseins) anzukommen.


So wie auch bei unserer körperlichen Pubertät, so hat jeder Mensch auch für das Durchlaufen seiner „spirituellen Pubertät“ seinen ganz eigenen Rhythmus. Die Krisen sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Wir bekommen Pickel und Hautauschläge. Unsere „spirituellen Hormone“ spielen verrückt. Und irgendwann sind wir dann da durch und es geht uns wieder gut und wir wissen, wer wir jetzt NEU sind.


Als erwachte Erwachsene sind wir nun „spirituell geschlechtsreif“ und können „neue geistige Kinder zeugen“. Unsere (innere) Stimme hat sich verändert und an Ausdruckskraft gewonnen. Unser „spiritueller Körper“ nimmt „seine typische, charakteristische Form“ an und wir „sind wer“ als spirituelles Wesen.


Manche Menschen werden durch schwere Schicksalsschläge dazu gezwungen, endlich in ihre „spirituelle Pubertät“ einzutreten. Wir können und dürfen uns diesem Weg der Veränderung auch freiwillig öffnen. Er darf sein. Wir dürfen ihn erlauben. Wir dürfen ihn jetzt gehen …


Es ist an der Zeit, dass wir unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität loslassen.

Es ist an der Zeit, dass wir unsere Kindheits-Ego-Ich-Identität verabschieden.

Das Haltbarkeitsdatum unserer Kindheits-Ego-Ich-Identität ist definitiv abgelaufen.

Es ist an der Zeit, dass wir die hierzu gehörigen Gefühle bewusst fühlen und würdigen.


Es ist an der Zeit, dass wir uns für uns selbst einen neuen, inneren Computer - ein neues Betriebssystem - kaufen bzw. dass wir dem Leben erlauben, es in uns jetzt neu zu installieren. Wir brauchen hierfür nichts weiter zu tun, als JA zu sagen und es zu erlauben ...


Ja, ich darf …

Ja, ich erlaube …


Und alles Weitere geschieht dann ganz von alleine …

Comments 3

  • Als Kinder haben wir früh gelernt: "Irgendwer da draussen sorgt für mich" - Mama, der Lehrer, der Staat, die Freunde, Gott...irgendwoher wird es schon kommen das Glück, so denkt das Kind. Klar, es war ja auch so, für das Kind wurde gesorgt. Als Erwachsene reifen wir in das SELBST hinein und fangen an SELBSTverantwortung zu tragen und all die Instanzen, welche für Andere sorgen, bei Ihrer Arbeit zu unterstützen.


    Danke Björn, dass Du mich daran erinnerst, ich helfe gerne zu helfen. :-)


  • Das Jahr 2019 hat für mich ganz im Zeichen dieses Themas begonnen und auf den Verlust meines "Kuscheltiers" reagierte ich mit unerträglichem Schmerz und Panikattacken. Ich ging jedoch hindurch und liess es geschehen.

    Heute fühle ich noch manchmal ein leichtes Unbehagen, nehme es mit einem leisen Seufzer an und bin von Herzen dankbar, dass ich diese Entwicklung durchleben darf.


    Aus einem verzweifelten NEIN ist ein noch etwas zurückhaltendes JA geworden, das von Mal zu Mal kräftiger und entschiedener wird.


    ERWACHSEN WERDEN dürfen ist ein Geschenk! 💖

  • da bin ich auch angekommen.

    Ich erlaube mir und ich darf viel

    mehr als ich mir zugestanden habe .