Jedes Triggern ist eine (kleine) Re-Traumatisierung

Jedes Triggern ist eine (kleine) Re-Traumatisierung


Wieso nimmt es uns so mit, wenn uns eine Situation oder ein anderer Mensch triggert? Weshalb gehen wir da so in die Vollen? Warum gehen wir da so voll rein? Aus welchem Grunde nehmen wir bestimmte Sachen/Verhaltensweisen so persönlich? Es muss hierfür doch einen Grund geben.


Und den gibt es auch …


Es verhält sich so ähnlich wie bei einer Phobie. Bei einer Phobie wird eine ursprünglich existenziell bedrohliche Situation auf ein heute objektiv ungefährliches Ereignis projiziert/übertragen. Bei einer Spinnenphobie wäre es in der Originalsituation vielleicht ganz hilfreich gewesen, mit acht Beinen (anstatt nur mit zwei) schnell davon zu rennen. Bei einer Angst vor Hunden wäre es in der Originalsituation möglicherweise angebracht gewesen, wir ein Hund laut zu bellen und Angst einflößend zu kläffen. Bei einer Höhenangst sind wir in einem früheren Leben eventuell hoch aufgestiegen und dann tief gefallen (so wie Luzifer, der ehemals sehr hohe Engel, der sein Tun/Wirken persönlich nahm, ein Ego ausbildete und nun als Teufel in der Hölle regiert).


Triggerimpulse sind kleine Retraumatisierungen.

Triggerreize sind Erinnerungen an Situationen mit existenzielle Bedrohung.


Diese Retraumatisierungen beziehen sich auf dieses Leben, zum Beispiel auf Situationen in unserer Kindheit, oder auf frühere Leben (Hexenverfolgung, Grenzübertretungen, Folter, Mord, Hinterhalt, Vertrauensmissbrauch, sexuelle Übergriffe, verstoßen oder verjagd oder geächtet worden sein, verhungern, verdursten, Geiselnahme, verkauft worden sein u.s.w.). In jedem Fall war es damals eine Situation, in der es um Leben und Tod ging - oftmals einher gehend mit dem Verlust des eigenen Lebens oder mit dem schmerzhaften Verlust der eigenen körperlichen Unversehrtheit (Folter, Augen ausbrennen, Kerker, Verlies, Daumenschrauben, Brandverletzungen, Verstümmelungen).


Insbesondere bei Menschen, die sich heute ihrer spirituellen Entwicklung öffnen wollen und doch immer wieder auf Steine und Blockaden stoßen (die ihnen im Weg liegen), ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie in einem früheren Leben ihre hellsichtigen oder hellfühligen Fähigkeiten tragisch mit ihrem Leben bezahlen mussten.


In anderen Fällen kann die Liebe eine bedeutsame Rolle spielen. Oftmals waren in früheren Zeiten Liebschaften nicht standesgemäß. Oder die Eltern oder der Clan/die Sippe duldete nicht den Kontakt zu einem anderen Stamm (zu einer anderen Familie). Manchmal traf man sich dann vielleicht heimlich. Und manchmal ist aus dieser Liebe vielleicht ein uneheliches Kind hervorgegangen. Dies musste dann abgetrieben, getötet oder versteckt werden. Und so brachte die anfänglich wundervolle Liebe und Zuneigung füreinander am Ende großen Schmerz und heftige Schuldgefühle sowie Schmach und Schrecken und Kummer und Leid mit sich.


In der Welt der Polarität (der Dualität) KANN es nicht anders sein. JEDE Medaille hat zwei Seiten. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nur so sind weltliche Erfahrungen möglich.

Und diese Erinnerungen und Prägungen bestimmen auf einer tieferen Ebene unser Leben bis heute. Und dann wundern wir uns darüber, dass wir Angst vor Nähe haben. Oder wir verstehen nicht, weshalb wir irgendwie beziehungsunfähig sind oder aus welchem Grunde wir Existenzängste haben oder wieso wir uns ständig ablenken und suchtkrank sind.


Wir spüren einerseits eine große Sehnsucht in uns. Und zugleich spüren wir riesengroße Angst, innere Selbstverbote, Eide, Schwüre, Gelübte und Versprechen. Wir haben es uns selbst versprochen, „so etwas nie wieder zu tun …“ Und nun haben wir den Salat und erinnern uns gar nicht mehr an das, was einst geschehen ist und was wir uns versprochen haben - und sind dennoch in den Fängen der Vergangenheit eingesperrt.


Triggerreize sind deshalb so extrem, weil sie uns mit dem Tod konfrontieren.

Was uns triggert, hat uns irgendwann einmal das Leben gekostet.

Deshalb reagieren wir so extrem.


Wir können uns unser eigenes Verhalten gar nicht erklären. Doch wenn wir einen Schwenk in frühere Leben machen, dann können wir all dies leichter verstehen. Es ist NICHT damit getan, einmal kurz in unsere Kindheit zurückzuschauen. Auch unsere Kindheit ist lediglich ein (zumeist vergleichsweise harmloser) Spiegel dessen, was wir in früheren Leben erlitten haben. Und all dies dürfen wir nun erkennen, annehmen, bejahend willkommen heißen und die dazugehörigen Gefühle mit dem Bild der Transformationsfabrik transformieren.


Und genau HIER kann und darf dann mitten im Trigger Selbstliebe entstehen und wachsen und gedeihen. Wir brauchen NICHT mehr auf den anderen sauer zu sein oder uns über ihn zu ärgern, sondern wir können dem Arsch-Engel für seinen Triggerimpuls danken und uns nun selbst in Selbstliebe begegnen und unsere ururalten Gefühle begrüßen und willkommen heißen. Selbstliebe bedeutet, sich selbst von der Last der Vergangenheit, von den belastenden Gefühlen der vergangenen Leben zu befreien durch Erkennen und Annahme. Selbstliebe bedeutet, sich mit seiner viele Leben andauernden Geschichte bejahend anzunehmen, zu sehen, zu verstehen, zu lieben und in Liebe zu umarmen.


Ich nehme mich mit all meinen Leben und all meinen Gefühlen aus allen Leben in Liebe in meine Arme …


Wir brauchen nichts konkret zu wissen. Unser Verstand braucht hierfür nichts zu verstehen oder zu begreifen. Es genügt vollkommen, die Selbstannahme in Liebe (auf der nonverbalen, emotionalen Ebene) zu praktizieren.


Und jedes Mal wenn uns wieder etwas triggert, dann können wir jetzt wissen: Es gab in einem früheren Leben eine Situation, die war so ähnlich und da wäre ich fast oder da bin ich tatsächlich gestorben. Danke, dass Du mir zeigst, wo ich mit meinem Sterben bis heute haderte. Danke, dass Du mir aufzeigst, wo ich mein Sterben noch nicht angenommen und noch nicht integriert hatte. Danke, dass Du bereitwillig diese undankbare Aufgabe des Arsch-Engel übernimmst.


Heute trage ich es nun endlich mit Humor.

Heute stehe ich ein bisschen mehr über den Dingen.

Heute kann ich mich über mein Schicksal erheben.

Heute sehe und verstehe ich, was geschah und wer ich bin.


Ich fühle mich in/mit all diesen Gefühlen und Energien.

Sie prägen mich bis heute.

Jetzt sage ich JA hierzu.


Und weil ich schon viele Tode gestorben bin, erlaube ich mir heute, um so lebendiger zu leben. Ja, ich erlaube mir heute nun endlich, die Sonnenseite all meiner Tode zu genießen und jetzt auszukosten.


Triggern war gestern.

Das Leben feiern ist heute.


Ich mache es mir JETZT zur neuen Angewohnheit, JEDEN Triggerreiz zu feiern, für jeden Triggerimpuls ein großes innere Fest zu feiern. Auch wenn es sich total paradox anhört: Ich feiere alle meine Tode. Ja …


ICH FEIERE ALLE MEINE TODE!


Wenn ich schon gestorben bin, dann will ich kein Trübsal blasen, sondern dann will ich wenigstens etwas davon haben und feiern. Ich feiere jeden Tod. Und wann und wie oft ich gestorben bin, das merke ich daran, wie oft mich etwas triggert.


. . .


Und wenn ich schließlich alle meine Tode gebührend gefeiert und genossen habe, dann schaue ich, was als nächstes kommt …


Irgendwo habe ich mal etwas vom „ewigen Leben“ gehört. Da kommt kein Tod und kein Triggern mehr vor. Ich bin also gespannt, wie sich das „ewige Leben“ anfühlt, was für Erfahrungen ich da mache und welche Gefühle dann in mir schwingen.


Wie ist es, das „ewige Leben“ mit einem Körper zu erfahren?

Ich lasse mich überraschen.


Meinen Verstand schicke ich in Urlaub.

Ich erlaube mir jetzt die Verrücktheiten, nach denen mir zumute ist.


Triggern - sterben - Tod - ewiges Leben - Gefühle fühlen - Menschsein …


Ich öffne mich neuen Erfahrungen …

Ich darf …

Ich entlasse mich JETZT aus dem Gefängnis meiner Gedanken und Vorstellungen …

Ich bin freiwillig „nicht ganz dicht“ = ich bin vollkommen offen …

Ich sage bereitwillig JA zu dem irrwitzigen Projekt „Leben“ …

Ich entdecke mich selbst und das Leben neu …


Ja, ich entdecke mich selbst und das Leben JETZT NEU …!


Comments 2

  • Die Tage stand ich vor einem Abgrund und sah, wenn ich springe, dann falle ich - ich sprang.. Etwas hat mich getriggert und ich sprang, obwohl ich wusste, das kann tödlich enden. Erst war alles rosig und schön, Glückseligkeit zeigte sich, doch mit dem Sprung gab es kein zurück mehr. Im Sturzflug änderte sich die Dynamik und der blanke Horror zeigte sich. Irgendwie konnte ich mich auffangen und kam mit einem blauen Auge davon.


    Was ich daraus gelernt hatte: "Das LEBEN ist kein Glücksspiel! Wenn ich aus solchen Höhen springe, dann sollte der Verstand mit dabei sein und einen Fallschirm gepackt haben..." :-)


    Ich bin sehr dankbar über die gemachte Erfahrung, es ist wie ein neues, geschenktes LEBEN, nun weiss ich definitiv, wer ich NICHT bin. *s*


    Lieber Björn, Deine Texte haben mich in dieser Zeit begleitet, auch zum Sprung angeregt. Ohne sie, würde ich vermutlich noch immer im Trüben fischen - bist ein echter Lichtbringer für mich - danke!